Weniger sitzen: Bewegung zwischen den Trainingseinheiten
Ein Trainingstermin ist wertvoll. Daneben liegen viele Stunden, in denen kleine Gelegenheiten zur Bewegung oft unbemerkt bleiben.

Das Wichtigste in Kürze
- Körperliche Aktivität umfasst auch Wege, Haushalt und Freizeitbewegung, nicht nur geplantes Training.
- Die WHO empfiehlt, viel sitzend verbrachte Zeit zu begrenzen und durch Bewegung zu ersetzen.
- Kurze Bewegungsgelegenheiten können ergänzen, was ein Trainingsplan allein im Tagesablauf nicht abdeckt.
Morgens mit dem Auto zur Arbeit, dann mehrere Stunden am Schreibtisch, abends aufs Sofa. Dazwischen vielleicht eine gute Trainingseinheit. Das ist bereits etwas Wertvolles. Trotzdem lohnt sich eine zweite Frage: Wie sieht der Rest des Tages aus?
Bewegung hat mehr als einen Platz im Kalender
Die WHO zählt zur körperlichen Aktivität grundsätzlich Bewegung, bei der die Skelettmuskulatur Energie verbraucht. Dazu gehören auch Gehen, Radfahren, aktive Wege und viele Alltagstätigkeiten. Jede Bewegung zählt; man muss sich ihren Wert nicht erst mit einem Sportprogramm verdienen. [1]
Die Empfehlung, weniger Zeit sitzend zu verbringen, ergänzt die Bewegungsempfehlungen. Kurze Unterbrechungen machen ein Training nicht überflüssig, und ein einzelnes Training ist kein Grund, den übrigen Tag gar nicht mehr zu betrachten. [1]
Suche nach Übergängen statt nach zusätzlichen Aufgaben
Unser Vorschlag für den Alltag: Nutze einen ohnehin vorhandenen Wechsel. Nach einem längeren Gespräch einmal durch die Wohnung gehen. Vor der nächsten Aufgabe ein Glas Wasser holen. Einen geeigneten Weg zu Fuß erledigen, sofern er zu deiner Zeit und deinen Möglichkeiten passt.
Diese Beispiele sind keine wissenschaftlich festgelegte Bewegungsdosis. Ihr Zweck ist, Gelegenheiten sichtbar zu machen, die nicht erst organisiert werden müssen. Wer bereits körperlich arbeitet, braucht möglicherweise eine andere Balance als jemand mit einem überwiegend sitzenden Alltag.
Nicht jede Unterbrechung muss Sport sein
Du brauchst für einen Positionswechsel keine Sportkleidung und musst danach auch nicht außer Atem sein. Manchmal reicht es, den Ort zu wechseln und ein paar Schritte zu gehen. Wer länger oder intensiver aktiv sein möchte, kann das zusätzlich einplanen.
Bei Schmerzen, eingeschränkter Mobilität oder gesundheitlichen Grenzen lassen sich Bewegungen anpassen. Eine passende Variante im Sitzen kann sinnvoller sein als ein Vorhaben, das zu deiner Situation nicht passt. Individuelle Belastungsgrenzen gehören gegebenenfalls in eine fachliche Beratung.
Eine Gewohnheit für die kommende Woche
Wähle einen einzigen Übergang, den du regelmäßig hast. Probiere dort eine kurze Bewegung aus und prüfe nach einigen Tagen, ob sie in deinen Ablauf passt. Es geht um eine veränderte Gelegenheit im Alltag, nicht darum, aus jeder freien Minute ein weiteres Fitnessziel zu machen.
Weiterlesen
Quellen & weiterführende Literatur
- WHO (2024). Physical activity. Offizielle Zusammenfassung zu körperlicher Aktivität und sitzendem Verhalten. Faktenblatt.


